Hochschulbericht Sorbonne
Zehn Fragen, zehn Antworten
Bildungsweb hat eine Studentin befragt, die ein Semester in Frankreich studiert hat. Hier kannst du aus erster Hand erfahren, wie es ist, an einer französischen Hochschule immatrikuliert zu sein – Tipps und Tricks inklusive!
1. Warum hast du dich für ein Studium in Frankreich entschieden?
Ich habe Romanistik, in meinem Fall Französisch, studiert. Wenn auch ‚nur‘ im Nebenfach, aber da bietet sich das ja an. Außerdem war ich schon als Au-pair in Paris. Das hat mir gut gefallen.
2. Was hast du dort studiert und wann? Wie alt warst du, als du dort warst?
Ich war 23, als ich in Paris studiert habe. Das war 2001 / 2002. Für ein Semester war ich dort eingeschrieben und habe so eine Mischform studiert, da ich in Bremen auf Magister studiert habe und auch eine Fächerkombination aus Kulturwissenschaft, Romanistik und Germanistik hatte.
In Paris habe ich mir dann Kurse aus den Bereichen „Cinéma et audiovisuel“, „Mediation culturelle“ und „Allemand“ ausgesucht. Das war so nicht vorgesehen, aber mit ein paar Erklärungen auch möglich. Da 2001 gerade erst die Umstellung auf Bachelor und Master begann, war es leider schwierig, Kurse im richtigen Niveau zu finden. Das war ein ganz schönes Durcheinander.
3. Was sind die Kultur-und Mentalitätsunterschiede im Vergleich zu Deutschland und seinen Universitäten?
Das ist eine schwierige Frage. In vielem sind sich Franzosen und Deutsche gleich und in vielem eben so gar nicht. Das fängt mit der Esskultur an: So sind Franzosen beispielsweis irritiert, wenn auf dem Teller Fleisch, Kartoffeln und Beilagen liegen und essen alles nacheinander und sie kennen keinen Wackelpudding, dafür haben sie parfümiertes Toilettenpapier. Auch in der Uni stößt man auf Unterschiede: Hier wird noch frontal unterrichtet. Die Studierenden hören brav zu, machen sich in schönster Schrift Notizen und unterstreichen wirklich alles ganz sauber. Das war schon eine Umstellung.
4. Wie würdest du das Niveau an einer französischen Hochschule wie der Sorbonne beurteilen?
Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich nicht an der Sorbonne war, sondern an der Sorbonne Nouvelle (Paris III), die vor allem Sprach-, Geistes- und Sozialwissenschaften anbietet. Mein Auslandssemester habe ich allerdings mehr zu persönlichen Zwecken genutzt. Gelernt habe ich an der Uni eher mäßig. Das lag aber auch daran, dass ich mit der Unterrichtsmethode nicht zurecht kam und aufgrund der Wirrungen, was das ECTS- und das Studiensystem anging, im ersten Zyklus angesiedelt wurde, wobei ich fachlich weiter war.
Jedoch konnte ich meine Kenntnisse und meine Liebe zum Film besonders in den „Cinéma et audiovisuel“-Kursen vertiefen. Vor allem die Möglichkeit, jeden Tag zwei Filme, die man sonst selten zu sehen bekommt, im uni-eigenen Kino zu sehen, war eine große Bereicherung. Das hat mich schon weitergebracht.


