Hochschulbericht Sorbonne Teil 2
5. Welche Dinge hast du aus der Zeit mitgenommen, die du so in Deutschland nicht erfahren hättest?
Sich in einem fremden Land und an einer neuen Hochschule zurechtzufinden, ist gar nicht so einfach. Zumal die bürokratischen Hürden mit nichts den deutschen nachstehen. Aber aus so einer Erfahrung geht man gestärkt hervor. Meines Erachtens macht man in einem Auslandssemester in seiner Persönlichkeit und Entwicklung große Sprünge. Man lernt auch zu schätzen, was man zu Hause hat! Nicht alles ist schlecht, aber auch nicht alles gut. Man sieht klarer.
6. Gibt es auch Nachteile beim Studieren im Land der Franzosen?
Ja natürlich. Den Frontalunterricht habe ich als großen Nachteil wahrgenommen. Individuelles Denken wurde, wie ich finde, im Grundzyklus nicht gefördert. Aber womöglich war das nur mein Eindruck. Außerdem war es merkwürdig, dass die Bibliothek der Paris III in allen Ferien geschlossen war! Das war man aus Deutschland nicht gewohnt.
Außerdem war das Prüfungssystem extrem verschult: Pro Kurs waren pro Semester zwei Prüfungsleistungen, in der Regel in Form von Klausuren und eher selten durch Referate, zu erbringen.
7. Hast du Tipps für die Organisation und Planung eines Auslandssemesters?
Ich habe einen ERASMUS-Austausch gemacht, da ist die Organisation relativ unaufwendig. Auf jeden Fall sollte man rechtzeitig das Auslands-BAföG beantragen, denn die ERASMUS-Förderung reicht nicht aus. Die Sorbonne Nouvelle hat kein eigenes Wohnheim, so dass man sich privat etwas suchen muss. Möglichkeiten sind auch sogenannte ‚foyers‘ oder das Heinrich-Heine-Haus in der ‚cité universitaire‘. Darum muss man sich allerdings rechtzeitig bemühen. Da der Wohnungsmarkt in Paris sehr angespannt und die Mieten hoch sind, empfiehlt es sich auch als Student, zur CAF, das ist die Caisse d'allocations familiales, zu gehen und Mietbeihilfe zu beantragen.

