Warum ins Ausland?
Kulturelle Vielfalt als Studieninhalt
Die Entscheidung für ein Auslandsstudium müsste eigentlich leicht fallen. Vor allem angesichts diverser Vorteile des Abenteuers in fernen Gefilden. Aber gibt es auch Nachteile? Über Motive und Skrupel beim studieren im Ausland.
Studierende suchen verstärkt ihr Glück im Ausland. Und die Meisten finden es auch. Dafür gibt es gute Gründe. Das Auslandsstudium bietet die Möglichkeit andere Menschen, eine andere Kultur kennenzulernen. Horizonterweiterung. Das Resultat, eine Fähigkeit die beim Blick auf den Lebenslauf zukünftig attestiert wird: Interkulturelle Kompetenz. Oft ergibt sich durch ein Auslandsstudium ein anderer Blick auf das Studienfach. Im Ausland werden beispielsweise andere Lehrmetoden als in Deutschland eingesetzt. Oder Studienbestandteile anders gewichtet.
Sprache lernen
Falls du schon einmal in einem biederen Lehrraum gesessen hast, um eine Sprache zu pauken, dann weißt du: Effektiv gelernt wird die Sprache erst in dem Land selbst. Das Umfeld und die Kultur des fremden Landes beflügeln zu raschen Fortschritten beim Spracherwerb. Die Sprache wird „nebenher“ erlernt. Ein weiterer Vorzug des Auslandsstudiums: Um es zu meistern, bedarf es unterschiedlicher Eigenschaften. Und diese werden in den meisten Berufen hoch bewertet und zugleich gefordert. Unabhängigkeit, Flexibilität und Selbstständigkeit sind diese Charakteristika.
NC-Flucht
Ein ganz anderes, mehr pragmatisches Argument für ein Auslandsstudium ist der Numerus Clausus (NC). Der ist nämlich in manchen Fächern in der Bundesrepublik besonders hoch. Bestes Beispiel: Humanmedizin. Der NC in dieser Disziplin lässt zahlreiche potentielle Mediziner abwandern. Sie gehen beispielweise nach Ungarn. Dort sind 73 Prozent der deutschen Studierenden im Fach "Humanmedizin" immatrikuliert.
Nachteile?
Bei manchen Lobgesängen auf das Auslandsstudium ist der Leser geneigt, zu denken, den obligatorischen Haken gebe es nicht. Richtig, die Vorteile eines Auslandsstudiums sind unbestritten. Dennoch sollten eventuelle Bedenken und Hürden Erwähnung finden. Häufig wird die doppelte Belastung „Studium und Fremdsprache“ unterschätzt.
Speziell wenn dem Unterricht nicht gefolgt werden kann, da Sprachbarrieren bestehen. Beispielsweise für den Fall, dass der Dozent mit einem starken Akzent spricht. In der Regel sind die Lehrbeauftragten aber sehr kulant, was etwaige Probleme angeht. Mit ein bisschen Geduld, kann auch dieses Problem gelöst werden.
Finanzierung
Eine andere Schwierigkeit kann die Finanzierung des Auslandsaufenthalts sein. Nicht nur Lebenshaltungskosten müssen gedeckt werden, auch Studiengebühren ausländischen Hochschulen stellen eine weitere Belastung dar.
Die „Geldprobleme“ sollten aber nicht zu sehr Stress-Pickel verursachen. Denn es gibt Finanzierungsmöglichkeiten und die müssten rechtzeitig recherchiert werden. Empfehlenswert ist es 12 bis 18 Monate vor Beginn des Auslandsstudiums mit den Planungen für das „Abenteuer“ zu beginnen.


